Woman of the month


greta Thunberg

Als ich Greta Thunberg das erste Mal live reden sah, war ich ziemlich beeindruckt von ihrer Persönlichkeit und Professionalität auf großen Bühnen, vor der deutschen Unterhaltungsindustrie oder dem Klimagipfel zu stehen und in perfektem Englisch ihre Forderungen ohne Zweifel vorzutragen. Sie ist 15 Jahre alt. Sie ist ein Teenager und schon so tief verletzt von der Welt, auf der sie lebt, so dass sie nicht anders kann. Es kommt mir vor, Greta weiß es besser, als haben die Menschen alle Grenzen erreicht, die es auf dieser Erde zu erreichen gibt. Jetzt heißt es, mit dem was wir haben, zufrieden zu sein und es zu schützen und zu erhalten, zumindest die Länder, die nicht ausgebeutet oder von Wirtschaftsmächten unterdrückt werden...

Greta sei Dank. Sie ändert hoffentlich etwas. Sie erklärte dem Klimagipfel, es gebe kein Zurück, die Bewegung wird sich auch ohne "die da oben" fortsetzen. Sie fordert, ohne Unterlass, die Emissionen auf Null zu reduzieren. Reiche Länder sollten damit anfangen und ärmere Länder bei dem Aufbau einer grünen Infrastruktur helfen. Das wäre so schön. Zudem macht sie dem Bildungssystem eine Ansage. Denn: Demonstrieren, scheint wichtiger, als in der Schule zu sein. Das ich das noch erleben darf. Greta Thunberg mit ihren zwei Zöpfen ... so eine Art, Alien, wie ein Michael Jackson mit seinem Earth Song. Das ist 24 Jahre her. Es berührte auch viele. Ich bin dabei, Greta! Du schaffst es. Viele zu mobilisieren! Gaia,... so sieht sie also aus.


Bénédicte Savoy

Wie fang ich an?! Ich sah sie einen Vortrag halten... Bénédicte Savoy, eine Pariserin und irgendwie auch Berlinerin, weil sie Germanistik studierte, an der TU und FU arbeitete und über Kunst promovierte. Wo wir beim Thema wären, "Raubkunst" um genau zu sein. Diese Frau beeindruckt mit gerechtfertigtem Empören, darüber, dass Frankreichs (Englands und Deutschlands, etc. ebenso) erbeutete afrikanische Kunst der Kolonialzeit (1830-1960) in europäischen Museen steht, während Afrikas Museen leer sind! Diese Ungerechtigkeit muß ins Lot gebracht werden. Und nicht nur das! Es muß der Dialog eröffnet werden, dass Jahrzehnte lang Ausbeutung stattgefunden hat, dass sich Europa an Afrikas, Asiens, Sibiriens und Alaskas Kulturschätzen durch perfides "Sammeln" bereicherte und es muß versucht werden, die Beziehung zu reparieren. Europas selbstbewusstes Auftreten in der Welt, basiert auf dem Kollektivbewusstsein der Herabschau auf die restliche Welt, als sogenannter "moderner Westen". Diese Zeiten sind schon lang vorbei und doch wurde nicht viel bewegt, so scheint es.

Jetzt ist die Kunstbranche dabei die Sache in die Hand zu nehmen. Denn Kunst hat Zugang zu unterschiedlichsten sozialen Schichten und stellt Kreativität in den Fokus der Ideale, statt materiellen Wert. DANK Bénédicte Savoy dringt eine Aufarbeitungskultur, die sich ganz konkret mit den hässlichsten Traumata der kulturellen Weltseele und damit Identität beschäftigt,  in jede Niesche der Kunstwelt mit dem Potenzial Verzeihen zu wollen. Objekte müssen in ihren Herkunftsort zurückgebracht werden, drängt es nun überall. Es klingt so selbstverständlich. Doch leider zeigen sich Museen im hässlichen Mantel der Aristokraten und ignorieren solche Themen mit Fingerschnips-Juristerei. Kunst ist und bleibt Politik.

Savoy ist für mich, eine Heldin der Humanität, weil sie, eine neue Beziehungsethik avanciert hat, die hoffentlich nicht aufzuhalten ist. Als wäre die Welt in Therapie gegangen...mit der Vision friedlicher und leichter bepackt zu leben.

Ich saß mit ungefähr 1000 Leuten vor ihr und war tief beeindruckt von dieser Frau, die auf die Frage "Wie sollen wir anfangen rückzuführen?!" antwortete, "Packen Sie Kisten!!"

 


Alwara Höfels

"Aufbruch in die Freiheit" - mit Alwara Höfels hallt nach! Ein Film von der Regisseurin Isabel Kleefeld, ausgestrahlt Oktober 2018 im ZDF, zeigt, was es heißt 1971 in Deutschland, in der Nähe von Köln eine Frau zu sein: Abtreibung war eine Straftat, arbeiten durften Frauen nur mit der Einwilligung des Ehemannes. Alwara Höfels, die mir bisher unbekannt, spielt hier eine engagierte Journalistin, mit einer Schwester, die mit drei Kindern zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt werden hätte können, weil sie das Vierte illegal abgetrieben hat. In einem Interview sagt Alwara, sie suche sich Rollen aus, die relevant sind; wollte nicht ausschließlich, nach "Keinohrhasen" von 2007, die romantic comedy-Schublade bedienen. So gut zu hören! "Haltung gibt Halt.", sagt sie und meint damit ihre Unabhängigkeit, die sie braucht, sich nicht fest am Theater engagieren zu lassen. Sondern selbstständig oder eben ständig selbst zu entscheiden. Das als Schauspielerin! Sie hat zwar Schauspieler-Eltern, o.k., und so sicher jede Menge Beratung, o.k.!  Doch sie hat noch etwas, was wenige Frauen haben oder wenn, nicht genug zeigen. Mut, Stärke, Leidenschaft für das was sie machen, für ihren Beruf, für Frauen in ebenso starken Positionen, für ihr Leben. Das sei, nur mit Hund, ein bescheidenes, sagt sie, welches sie zu wenigen Kompromissen zwingt. Vielleicht hat sie recht. Vielleicht hat sie es leicht oder hatte Glück. Doch sie ist dabei so stark und vorbildlich. Freiheit kommt rüber, Hoffnung, in ihren Filmen und bei jedem ihrer Sätze in Interviews. Diese "Haltung für..." und "Themen von Relevanz" von denen sie spricht, wünschte ich mir von so viel mehr Künstlern. Musiker und Filmschreiber, die nur über sich und ihr fancy Leben erzählen, sind doch vollkommen weltfremd. Zu wenig Künstler engagieren sich, wie Alwara Höfels, die Filme wählt, die wichtige Themen haben, sich dann in Interviews setzt und über das Thema des Films redet, anstatt über sich und ihr Privatleben. Ich find sie toll! 


MAggie Rogers

Sie ist eine Befreiung für die weibliche Schönheit. Die, aus Alaska stammende 23-Jährige Musikerin weckte mit dem Song "Give a little" mein Interesse.  Oder war es "Alaska"? Beide Songs auf jeden Fall mit ungewöhnlich leichtem Groove und Songwriter Qualität der feinsten Art. Sie ist einzigartig und sticht heraus. Ich wusste gar nicht mit was, weil im Grunde alle Teenies heute lange Haare ungekämmt durch die Winde ziehen lassen. Doch sie tanzt! Sie zeigt sich unter Freundinnen! Keine Männer weit und breit und das lässt die sexualisierte Frau draußen stehen. Alle Girls sind befreit davon und können so sein wie sie sind. In so eine Welt entführt Maggie Rogers mich und ich folge ihr sofort und will nicht wieder weg.

Gleich nebenan wohnt übrigens Fieh mit Glu:  (https://www.youtube.com/watch?v=FY3QaOA5FPU)

Yeah! 

Girls, wir sind auf dem richtigen Weg. Ganz, ganz toll!


Katrin Höpker

Vollkommen selbstverständlich gehörte Musik in ihrer Familie zum Lebensausdruck. Das Klavier- und Orgelspielen sind seit sie fünf Jahre ist, erzählt sie, Instrumente um ihre Emotionen und der der Menschen, die sie begleitet, zu verarbeiten. Das sie mehr als Begleitung und Backgroundsängerin von Udo Jürgens ist und war, wird mir sofort klar, als Katrin Höpker in der Talkshow Kölner Treff am 13.04.2018 aus ihrem Leben erzählte und erklärt was ihre sogenannten "Mitsingkonzerte" sind. "Einfach genial!" kommentiert Marie Bäumler und spricht mir damit aus dem Herzen. Katrin Höpker ist für mich die Frau des Monats, weil sie eine Heilerin der Stunde ist. So wunderschön zu hören, dass es jemanden gibt der Emotionen, Stimmungen und Persönlichkeiten spürt, sie übersetzt und sie transformiert, so das sie erneut angenommen und verstanden werden können, von denen die nie einen Zugang erlernten.Unsere Gesellschaft braucht Zugang zu emotionalen Welten als etwas konkret Erfahrbares.

Kaum vorstellbar das ganz viele Menschen ohne kreative Ausdrucksmöglichkeit aufwachsen. Sie sind ohne bewussten Zugang zu einem, in meinen Augen, ihrer mystischsten Sinne. Somit ist klar, dass es zutiefst beglückt, wenn mal lauthals mitgesungen werden kann. Ein bißchen Rentnerkaraoke ist es schon. Aber es ist Magie für viele. Und Frau Höpker weiß es. Sie ist so beeindruckend daran interessiert als Musikerin für die Menschen da zu sein und ihnen allen Freude zu bereiten. Durch sie erscheint Musikalität, die in ihrer Dimension der Virtuosität praktiziert werden kann, als unstrittige und ausschließliche therapeutische Heilkunst. Jeder Musiker, der nicht für die Menschen Musik macht, sondern für die eigene verlängerte Eitelkeit wird durch ihre Worte in Sekunden schnelle entlarvt und an die Wand genagelt. Großartig.


LIsa Eckhart

Lisa Eckhart ist in der ARD bei Dieter Nuhr's Satiregipfel am 11.01.2018 eine absolute Erfrischung. Im Gegensatz zu den Comedy-Männern, die optisch leider gar nichts her machen, ist diese Dame und damit meine "Woman of the Month" in einem Outfit auf der Bühne. Ihre Worte sind wohl überlegt, aufgeschrieben in einer Stimmung, die jetzt freigelassen wird, wie ein kraftstrotzender Stier oder ein Zaubertrick von Copperfield. Sie selbst zierlich, burschikos, inszeniert ihre Haltung wie eine batteriebetriebene Lady von Gaga, mit österreichischem Dialekt, der sie umhüllt, ohne das sie ihn tragen muß, wie ein Pelzmantel. Sie erinnerte mich daran und dafür danke ich ihr zu tiefst, dass ich eigene Worte und Meinungen hatte. Das ich nichts kopieren muß, sprachlich erwachsen, eigen und eigenständig sein darf. Das jeder sich gegen den Wind der Scheinwelt-Fotos und der altklugen Klauwahrheiten entgegenstellen muss. Ihr blitzgescheiter und -scharfer, weiblicher Intellekt erfüllte mich mit Stolz, Respekt, Leidenschaft und Mut. Vielen Dank.


SyBille Berg

Sie beeindruckt mich. Immer wieder. Heute einnehmend tief. Sybille Berg, Schriftstellerin und Dramatikerin, geboren '62 entdeckte ich, persönlich, durchs Fernsehen. Irgendwo als Randfigur auftauchend, so hab ich's in Erinnerung, ging sie, die knöchrige Frau, deren Alter man schlecht schätzen kann, sie schlich viel mehr als zu gehen, in ein Theater-Backstage, mit schwarzem skandinavisch-übergroß-lässigem Outfit und auffallender, hochgezwirbelter rötlicher Locken. Sie saß später auf dem Rand der schwarzen Bühnenlandschaft und ließ die Kamera auf sich zu kommen, aus dessen Winkel der Zuschauer sie auch sah. Sie fragte, sowas wie, "Und, habt ihr wieder ein paar Fragen für mich?" Dabei stützte sie ihren Kopf aufs Knie. Sie ist eine Erscheinung. Zumindest was ihre Außenwirkung durch den Fernseher angeht. Sie ist in ihren Büchern feministisch, ironisch, hinterfragend, empörend und gleichzeitig abgeklärt mit dieser Welt. Vorbildlich wie ich finde. Ihre Lebensgeschichte beeindruckt ebenso. Sibylle Berg ist für mich eine, der wenigen Frauen, um es zu versuchen in Worte zu fassen, die der heutigen Welt ein Gegengewicht bietet, was sie so dringend benötigt. Ein Gegengewicht eines Lebensplans oder Lebensweise, was weit entfernt ist, von Lautstärke und Scheinheiligkeit.


ANJA RESCHKE

Am 13.09.2017 erfreute mich die Sendung "Maischberger" in der ARD mit dem Thema "Der verwirrte Wähler - welche Partei steht noch für was?". Zu Gast waren Ole von Beust (CDU, ehemaliger Bürgermeister Hamburgs), Ralf Stegner (SPD, stellvertretender Bundesvorsitzender), Jan Fleischhauer (Spiegel-Journalist), Michael Kunert (Wahlforscher von Infratest dimap), Johannes B. Kerner (ARD-Moderator) und Anja Reschke (moderiert ARD-Politmagazin "Panorama"). Wie sehr die Spitzenpolitiker ihr Parteiprogramm am Ende der Wahl tatsächlich realisieren, ob sie Wort halten und glaubwürdig sind, wird hier sehr harmonisch diskutiert. Die SPD und CDU haben zu viele Schnittpunkte, welche die Unterschiede der Parteien für die Bürger nicht klar zu erkennen geben. Die FDP ist mit Lindner ehrenvoll vertreten, jedoch sieht Herr Fleischhauer dort wenig Experten verortet für den Platz neben de(m/r) Kanzler(/in). Die große Koalition scheint nicht abwendbar, obwohl sie keiner will und eine undemokratische Partei ist auf dem Vormarsch in einem demokratisch-denkenden Parlament, die Linke und ihre Idealismus nach den G20-Randalen befleckt. Was braucht Deutschland, was eine Demokratie um zu funktionieren? Zunächst muß erst einmal gewählt werden, schlägt Kerner vor. Dann! Anja Reschke! Sie lies mich schmunzeln wie wohl jeden, der die Runde verfolgte. Denn, beeindruckend spontan und kreativ antwortete sie "jetzt mal verrückt gedacht" auf Sandra Maischbergers Frage, zu Alternativen unseres Parteisystems, man könnte das Parlament durch ein Losverfahren besetzen, wie es die alten Athener am Anfang des politischen Gedanken taten. "Dann würde es jeden mal treffen?!", "Ja.". Mich bewegte ihr Kommentar irgendwie. Sie war so mutig. Sag dazu naiv, sag dazu unüberlegt, aber sie pfefferte eine Idee in die Runde, die alle ruhig werden liessen. Man wurde plötzlich rausgerissen aus dem ewigen Gedankenkreis unseres Systems und trat hinein in etwas was einen befreite. Sie wünschte sich mehr Spielraum für Neues, für echte Ideen. Das fand ich so toll. Die Bürger machen lassen, ihnen zutrauen, dass sie es richtig machen, Verantwortung auf ein anderes Niveau heben, für sich sprechen lassen. Warum kann man nicht die Menschen zu Politikern machen? So einen Satz im Fernsehen. Hut ab! 


UNBEKANNT

Mit dem Fahrrad unterwegs, liess mich dies rote Graffiti am 18.08.2017 dieses Foto machen. Herzlichen Glückwunsch UNBEKANNT, du bist "People Of The Month". Denn am Luxusneubau, Mommsenstraße, Ecke Bleibtreu- ist Graffiti noch das was es früher einmal war: Eine eindeutige Botschaft. Ich war erstaunt in Wilmersdorf-Charlottenburg, nähe Ku'damm diesen politischen Künstler zu entdecken. Aber! Nur weiter so. Das ist die richtige Richtung, Freunde. Schluß mit der Gentrifizierung!


Olivia jones

 

Oder?! Ein tolles Bild, von einer tollen Person - Olivia Jones im Reichstag! Die Hamburger Kiezkneipengöttin unterstützte die Grünen im Reichstag bei der Bundespräsidentenwahl am 12.2.2017 in Berlin. Niemand war so sympathisch, greller Mittelpunkt der Wahl. Unbedingt mehr davon! Ich würde Sie wählen Frau Jones. "Ich gehöre, wie jeder andere auch zu dieser Gesellschaft." Na unbedingt, ich bitte Sie!! Wer stellt das in Frage?!